25. September 2026

Frauen in kirchlichen Führungspositionen: Bischöfe könnten nun Meilenstein setzen

Mit der bevorstehenden Neubesetzung des Generalsekretariats der Österreichischen Bischofskonferenz bietet sich eine konkrete Chance, ein deutliches Zeichen für mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen zu setzen. Die Österreichische Bischofskonferenz hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2028 den Anteil von Frauen in der obersten Leitungsebene der Katholischen Kirche auf ein Drittel anzuheben. Jetzt können die Bischöfe diesem Ziel selbst einen konkreten Schritt folgen zu lassen, ist das Netzwerk Frauen.Führen.Kirche überzeugt.

Netzwerk Frauen.Führen.Kirche

Denn mit Ende November wechselt der Generalsekretär der Bischofskonferenz vom Büro in der Wiener Wollzeile an die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich. Dass die Position des Generalsekretärs der Österreichischen Bischofskonferenz bisher mit einem Kleriker besetzt wurde, beruht auf einer Regelung im Statut, das sich die Bischöfe selbst geben: Der Generalsekretär muss demnach ein Priester sein. Das Kirchenrecht selbst schreibt diese Voraussetzung nicht vor. Die Bischofskonferenz hat bei der Ausgestaltung ihrer Statuten eine entsprechenden Gestaltungsspielraum. „Wir ermutigen unsere Bischöfe, ihre Statuten zu ändern und die Position des Generalsekretärs für qualifizierte Laien zu öffnen. Damit erhielten erstmals auch Frauen die Chance, sich für diese Führungsposition zu bewerben“, meint Regina Petrik namens des Netzwerks Frauen.Führen.Kirche. „Die vielen Frauen, die Teil des Netzwerks Frauen.Führen.Kirche sind, zeigen, dass es eine reiche Auswahl an qualifizierten Frauen für hohe Führungsaufgabe in der Kirche gibt. Mit der Ernennung einer Frau zur Generalsekretärin würde die Bischofskonferenz einen Meilenstein und ein glaubwürdiges Zeichen für die Stärkung von Frauen in der Kirche setzen. Zugleich wäre dies ein guter Schritt zur Umsetzung von Synodalität auf allen kirchlichen Vollzugsebenen.“


Die Forderung nach mehr Frauen in kirchlichen Leitungspositionen geht nicht zuletzt auch auf die Ergebnisse des synodalen Prozesses zurück. Auch auf Ebene der Weltkirche sind Frauen inzwischen in leitenden Funktionen angekommen. Papst Leo XIV. hat mehrere Frauen in Spitzenfunktionen des Vatikans berufen und zeigt damit, dass ihm die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen ein großes Anliegen ist. Die Österreichische Bischofskonferenz könnte nun mutig den nächsten Schritt auf nationaler Ebene setzen. Das Netzwerk Frauen.Führen.Kirche sieht in der bevorstehenden Neubesetzung daher eine Chance, ein konkretes und sichtbares Zeichen für mehr Frauen in kirchlicher Verantwortung zu setzen.

 

Presseaussendung des Netzwerks Frauen.Führen.Kirche
Wien, 25. September 2026